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Archiv

Archiv für Juli 2011

In einer kleinen Applikation mit NotifyIcon in der Taskbar wollte ich unterschiedliche ContextMenues öffnen, je nachdem, ob man mit der linken oder rechten Maustaste auf das Icon klickt.

Die erste Hürde, welche es zu nehmen gilt, ist es, dass ContextMenü auch bei einem Links-Klick zu öffnen. Man kann zwar eine entsprechende Methode nutzen, jedoch gibt es damit Probleme. Daher sollte man hier Reflection nutzen:

// constructor..
this._trayIcon.MouseDown += this.TrayIconMouseDown;

private void TrayIconMouseDown(object sender, MouseEventArgs e)
{
	if (e.Button == MouseButtons.Left)
	{
		MethodInfo mi = typeof (NotifyIcon).GetMethod("ShowContextMenu", BindingFlags.Instance | BindingFlags.NonPublic);
		mi.Invoke(this._trayIcon, null);
	}
}

Nun öffnet sich schon mal das Kontextmenü auch beim Linksklick. Und hier kann man ansetzen, um das Menü entweder zu manipulieren oder zu ersetzen. Ich selbst habe mir einfach zwei Objekte vorbereitet, welche ich je nach Mausklick austausche:

private void TrayIconMouseDown(object sender, MouseEventArgs e)
{
	if (e.Button == MouseButtons.Left)
	{
		this._trayIcon.ContextMenu = this._leftClickMenu;
		MethodInfo mi = typeof (NotifyIcon).GetMethod("ShowContextMenu", BindingFlags.Instance | BindingFlags.NonPublic);
		mi.Invoke(this._trayIcon, null);
	}
	else if (e.Button == MouseButtons.Right)
	{
		this._trayIcon.ContextMenu = this._rightClickMenu;
		MethodInfo mi = typeof(NotifyIcon).GetMethod("ShowContextMenu", BindingFlags.Instance | BindingFlags.NonPublic);
		mi.Invoke(this._trayIcon, null);
	}
}

Beim Testen ist mir aufgefallen, dass es mehrere Events gibt, an die man sich hängen könnte, etwa „MouseUp“, „MouseClick“ usw. Beim Testen hat bei mir allerdings nur „MouseDown“ korrekt funktioniert, bei den anderen hatte ich das Problem, dass zum Teil das Menü erst angezeigt wurde und dann der Eventhandler durchlaufen wurde (ich glaube sogar immer, wenn ich mit der linken Maustaste geklickt habe). Erklären konnte ich es mir allerdings nicht.

Kindle

Jul 23

Vor gut einem Monat habe ich zu meinem Geburtstag einen Kindle geschenkt bekommen. Ich muss sagen, ich bin echt begeistert. Ich besitze nur die kleine Version, welche nur WLAN beinhaltet. Die andere Version besitzt eine integrierte Sim-Karte, mit der man in ca. 100 Ländern kostenlos auf den Amazon-Kindle Shop zugreifen kann, um dort Bücher zu kaufen oder herunterzuladen. Wer nicht dauernd unterwegs oder nicht bereit ist, 40€ mehr zu bezahlen, für den sollte, wie mir, die kleine Version reichen. Ansonsten unterscheiden sie sich nicht.

Das Display

Als ich den Kindle ausgepackt habe, war ein englischer Hinweis auf dem Display, dass ich den Kindle mit dem USB Kabel an den PC anschließen solle, um ihn aufzuladen. Ich habe mit meinen Fingern versucht, die Hinweisfolie zu entfernen. Von vielen Geräten wie dem Handy oder Monitoren ist man gewohnt, dass auf dem Display eine Schutzfolie geklebt ist. Bei mir dauerte es einige Sekunden, bis ich bemerkt habe, dass diese gestochen scharfe Schrift keine Folie sondern der richtige Display war. Mir ist die Kinnlade praktisch schon vor der Inbetriebnahme heruntergefallen.

Der Kindle Shop

Nachdem ich den Kindle mit meinem WLAN verbunden und mit meinem Amazonkonto verknüpft hatte, ging ich erstmal im Kindle-Shop auf Büchersuche. Für einen Test lud ich mir erstmal ein kostenloses Buch herunter, Amazon bietet sehr viele kostenlose Klassiker an (u.a. Jule Vernes oder Max und Moritz). Die Steuerung im Shop erfolgt mit dem 5-Way-Knopf (heißt er so?), praktisch ein Steuerkreuz in alle vier Richtungen sowie dem „Enter“-Knopf in der Mitte. Man navigiert durch die Links und will man einen auswählen, bestätigt man mit Enter. Für einzelne Bücher, welche man sich mal eben schnell kaufen möchte, ist die Navigation per Kindle vollkommen ausreichen. Nervig wird es erst, wenn man ein wenig schmökert und mehrere Bücher kaufen möchte. Denn nach jedem Einkauf landet man wieder auf der Startseite des Kindle-Shops. Da ist der (Massen-)Kauf am PC doch deutlich komfortabler.

Formatdschungel

Die Ebooks aus dem Kindle-Shop kommen in eigenen Kindleformat namens AZW. Zudem wird noch MOBI und PDF unterstützt. Das weit verbreitete ePub-Format wird leider nicht unterstützt. Dies ist natürlich sehr unpraktisch, da andere Webshops wie etwa buch.de nur ePub anbieten. Es gibt zwar Tools (etwa Calibre) um ePub in Mobi und somit für den Kindle umzuwandeln, dies geht allerdings nur, solange das eBook nicht mit einem DRM geschützt ist. Sollte man das Glück haben, kopierschutzfreie eBooks umwandeln zu können, weiß ich nicht, ob es hier Verluste geben kann. Ich habe zwar gelesen, dass MOBI und ePub technisch fast identisch sein sollen, bestätigen kann ich dies aber nicht.
Einen gewaltigen Nachteil hat man, wenn man PDFs nutzt. Ich hatte hier noch einige EBooks rumliegen, die sich im Laufe der Jahre angesammelt haben (Gratisdinger zu Weihnachten usw.). Während man bei AZW bzw. MOBI die Schriftgröße ändern kann und sich das Buch entsprechend auf dem Kindle anpasst, kann man bei PDFs nur zoomen. D.h. man muss dann nach rechts scrollen (sofern man den Kindle hochkant verwendet). Ich komme zwar mit der Schriftgröße der PDFs gut aus, meine Schwiegereltern hatten hier aber erhebliche Probleme. Eine Konvertierung vom PDF in MOBI ist zwar möglich, sah bei meinem Vorlagen aber nicht so schön aus, da mitten im Text die Seitenzahlen standen oder Bilder auf einmal spiegelverkehrt waren, Nach- oder Vorarbeit wäre also von Nöten gewesen (für einen Test aber zu viel). Zudem ist es nicht möglich, sich den Text vorlesen zu lassen (was allerdings auch nur in Englisch möglich ist).

Zubehör

Eigentlich braucht man nicht viel Zubehör, ich habe mir nur eine passende Ledertasche dazugekauft, damit mein Kindle besser geschützt ist, vor allem wenn ich ihn nicht benutze. Es gibt noch eine Version mit Lampe, welche über den Kindle-Akku mit Strom versorgt wird. Zuhause bin ich persönlich allerdings ganz gut mit Lampen ausgestattet.

Fazit

Also ich bin sehr begeistert von meinem Kindle und will ihn nicht mehr hergeben. Ich habe in den letzten vier Wochen soviel gelesen wie in den letzten 3 Jahren davor! Der Akku hält lange, sofern man WLAN und 3G deaktivert hat und ihn nur zum Lesen verwendet. Man kann den Kindle theoretisch auch zum Browsen oder Musik hören nutzen, dafür ist er allerdings nicht gedacht und daher ist hier auch nicht so komfortabel wie ein iPad o.ä. Leider muss man sowas auch immer wieder anderen erklären, ein eBook-Reader ist zum Bücher lesen da und nicht um Videos bei Youtube, Mails bei Google oder Nachrichten bei Facebook anzuschauen. Desweiteren stört mich ein wenig, dass das ganze Betriebssystem nur auf Englisch verfügbar ist, dies stellt gerade für ältere Leute (wie etwa meine Schwiegeeltern) eine unnötige Hürde da. Aber in den wichtigsten Punkt, dem Lesen, ist der Kindle einfach grandios. Ich habe zwar keine anderen eBook-Reader zum Vergleichen, jedoch kann ich sagen, dass man mit ihm ohne Probleme mehrere Stunden lesen kann, ohne dass die Augen oder Arme müden werden (was ja bei dicken Wälzern gern mal vorkommen kann). Auch ist die Schrift dank der elektronischen Tinte scharf ohne Ende. Die fehlende Hintergrundbeleuchtung (das muss man den Youtube und Facebookleuten auch jedes mal erklären) entspannt die Augen ungemein im Vergleich zu einem PC.
Mich stört eigentlich nur eine Tatsache, an der kann Amazon leider nicht viel ändern. Der deutsche Kindle-Shop ist im Vergleich zum amerikanischen winzig. Und die Preise sind dank Buchbindungspreis (annähernd) identisch zu den gedruckten Exemplaren. Ich würde mir hier wünschen, dass die elektronischen Versionen deutlich günstiger werden, da sie ja auch für die Verlage günstiger sind und / oder man bekommt eine eBook-Version gratis zum echten Buch.